Vocal Recall - Audios in der Schule datenschutzkonform nutzen

Vor ein paar Tagen wies Damian Duchamps bei Twitter auf das Angebot von Vocal Recall hin und schlug vor, es für Audiofeedback zu nutzen. Eine App, die Kommentare zu Klassenarbeiten datenschutzrechtlich ermöglicht? Da ich sowieso gerade korrigiere, musste ich das unbedingt mal ausprobieren.  

Hier stelle ich nun die App vor und berichte in einem weiteren Beitrag von meinen Workflow beim Korrigieren.


Die App ist für iOS und Android kostenlos. Nach dem Download präsentiert sie sich mit einem übersichtlichen Bildschirm. Lediglich die drei Symbole: Aufnahme, Cloud und Löschen sind zu sehen, außerdem die Aufnahmezeitleiste. 

Die Aufnahme lässt sich unterbrechen und später fortsetzen. "Zurückspulen" ist jedoch nicht möglich. Insgesamt stehen fünf Minuten Aufnahmezeit zur Verfügung. 


Beendet man die Aufnahme, kann man sie probehören und anschließend in die Cloud hochladen. Vorher sollten allerdings passende QR Codes angefordert und ausgedruckt werden. 

Über das Menu kommt man zur Code Anforderung "Get codes". Hier kann man die Zahl der Codes, die per Mail zugesendet werden, wählen oder vorgedruckte Codes über Amazon anfordern. 

Zufällig hatte ich passende Etiketten da: Avery L7120-25 (875 Etiketten / 13,55€). Wenn man in den Druckeinstellungen randlosen Druck zulässt, sind keine weiteren Anpassungen notwendig.

Um das Audiofile in die Cloud zu laden, muss der QR Code gescannt und die Datei benannt werden.

Über History lassen sich die erstellten Audios anhören, erneut einem QR Code zuordnen oder löschen. Der Zugriff ist aktuell zeitlich nicht begrenzt.

Der Haken neben dem Dateinamen zeigt an, ob das Audio nicht (kein Haken), zum Teil (grauer Haken) oder vollständig (schwarzer Haken) angehört wurde.

Die App ordnet die Files nach Datum und alphabetisch, so dass sie sich später leicht wieder einem Anlass und Namen zuordnen lassen. Der Dateiname wird nur auf dem Smartphone gespeichert, mit dem aufgenommen wurde. Im Link erscheint beim Scannen des Codes, in ihm ist der Dateiname nicht enthalten. 


Die Vocal Recall QR Codes lassen sich mit jedem (auch Snapchat) QR Code Scanner -  lesen. Das ist für den schulischen Einsatz natürlich praktisch.

Wie sicher sind die Daten?

In der Rubrik "How to use" werden auch die Sicherheitsvorkehrungen beschrieben. Damian Duchamps hat zusätzlich die Entwickler kontaktiert und so mehr über die Hintergründe der App erfahren. Die Files werden end-to-end verschlüsselt, so dass sie nur über den zugehörigen Code gelesen werden können und liegen auf einem Server von GoDaddy (US Hoster). Würde man den Link teilen, könnte allerdings jeder die Datei anhören. Die Entwickler selbst können die Audiodateien nicht öffen. 

 

Die App fordert keine persönlichen Angaben. Allerdings muss man natürlich selbst darauf achten, keine Namen bei der Aufnahme zu nennen. Auch den Dateinamen wähle ich sicherheitshalber so, dass er keine Klarnamen enthält.

 

Löscht man die App, bleibt das Audiofile in der Cloud erhalten und lässt sich weiterhin per QR Code abrufen. Da die Installation keinen persönlichen Account erstellt, verschwindet durch das Löschen der App auch der Zugriff auf die History, d. h. Dateien können nicht mehr aus der Cloud entfernt werden. 


Aktuell arbeiten die Entwickler an einem Backup, dass es erlauben soll, die History wiederherzustellen oder die Daten zu synchronisieren.

Vocal Recall gehört Graham Wilson, der am Dulwich College, London unterrichtet. Auf der Facebook-Seite zur App findet sich ein Tutorial.

Die App befindet sich in einer Art Beta. Die beiden Entwickler hoffen auf regen Zuspruch und dann etwas Kapital, so dass sie weiter entwickeln können.



Eine Kurzanleitung zum Einstieg steht hier zum Download zur Verfügung:


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Kommentare: 2
  • #1

    Herr Mess (Mittwoch, 01 November 2017 11:57)

    Na dann hoffen wir mal, dass die Entwickler ordentlich Feedback und Aufträge bekommen! :-) Ich könnte mir das gut für die Vorbereitung auf eine mündliche Schulaufgabe vorstellen und die Leute regelmäßig etwas spontan einsprechen lassen. Durch die QR-Codes hat man auf diese Weise dann eine History, auf der die Schüler überprüfen können, ob sich die Ausdrucksfähigkeit über die Zeit verbessert. Wäre sehr lohnenswert, weil die Schüler auf selbst reflektieren können, ob sie mit dem Ergebnis nach mehrmaligen Hören zufrieden sind.

  • #2

    Herbert (Mittwoch, 01 November 2017 12:12)

    Danke für den Hinweis - kannte ich noch nicht! Hätte ohne Deinen Bericht auch gedacht, dass es in der Schule nicht einsetzbar ist wegen Datenschutz - aber bei Ende-zu-End-Verschlüsselung sieht die Angelegenheit nicht schlecht aus.
    Habe mir gerade das Entwickler-Video angeschaut. Was mir besonders gefällt: Ich kann erstmal alle Codes vorab aufkleben und erst später die Audio-Aufnahme machen.
    Muss ich mit meinen Lehramtsstudenten ausprobieren. Die werden Augen machen, wenn ich ihnen zum ersten Mal in diesem Semester Papier austeile! :-)