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Pilotierung von Tablets in der Sekundarstufe I

Nach einer langen Vorbereitungszeit starten wir im kommenden Schuljahr mit der Pilotierung der Tablets im Unterricht. (Yeah!)

 

Für alle Kolleg*innen, Schüler*innen und Eltern wird das ein besonders spannendes und lehrreiches Jahr. Hier könnt ihr einen Blick auf unsere theoretischen Ideen werfen - über Änderungen im Praxistest halte ich euch auf dem Laufenden. 

 


Ziel und Aufgabe der Pilotierung

Mit dem kommenden Schuljahr beginnen wir mit der Pilotierung von iPads. Diese sollen künftig sowohl von Lehrkräften, als auch von Schülerinnen und Schülern genutzt werden, um den Unterricht weiterzuentwickeln. Die Pilotierungsphase dient damit der Erweiterung pädagogischer Gestaltungsspielräume. Die Lehrkräfte probieren innovative Möglichkeiten um Lernangebote zu individualisieren und zu personalisieren, Medienkompetenz zu vermitteln und Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit zu geben, ihr eigenes Lernen mittels digitaler Medien zu gestalten. Das Veränderungspotenzial, welches digitale Medien für den Unterricht eröffnen, ist groß und die Veränderungen weitreichend für den unterrichtlichen Alltag.

 

Das Pilotteam bereitet den Weg für Kolleg*innen, die sich in der Schule in den nachfolgenden Jahren ebenfalls auf den Weg machen. Jeder Fehler, jedes potentielle Problem, welches während der Pilotierung erkannt wird und für das man eine Lösung findet, bleibt den Kolleginnen und Kollegen, die später einsteigen, erspart und erleichtert ihnen den Weg. Je besser die Pilotierung dokumentiert und evaluiert wird, umso exakter kann mit den gewonnenen Erfahrungen für die nachfolgenden Jahre fein gesteuert werden. Dieses hat besondere Bedeutung, denn die später Einsteigenden sind voraussichtlich weniger technikaffin oder haben weniger Zutrauen in die eigenen Kompetenzen in der Nutzung digitaler Technologien als die Mitglieder des Pilotteams. Die Pilotierung stellt für uns also den ersten Schritt in einem Entwicklungszyklus dar, der zwischen fünf und sieben Jahre dauert. Nach Abschluss des gesamten Entwicklungszyklusses sollten digitale Medien über die Einbindung in die schulischen Fachlehrpläne, die daraus resultierende Fortschreibung des Medienkonzeptes und die Verankerung im Schulprogramm systemisch in den Schulalltag integriert sein.

Strategien für die Pilotierung

 

Zur Pilotierung der Nutzung von Tablets im Unterricht verfolgen wir zwei sich ergänzende Strategien:

  1. Bildung einer Pilotklasse, der sogenannten Digi-Klasse, in der Jahrgangsstufe 7, in der schulische Tablets den Schülerinnen und Schülern für den Zeitraum der Pilotierung dauerhaft zur privaten und schulischen Nutzung zur Verfügung gestellt werden. Die in der Digi-Klasse unterrichtenden Lehrkräfte bilden das Pilotteam und erhalten ebenfalls eine schulisches Tablet für den Zeitraum der Piloiterung als Dauerleihgabe.
  2. Tablet-Trolleys zur Ausleihe mit je 10 Shared-Tablets für Schülerinnen und Schüler und einem Tablet zur längerfristigen Ausleihe für Lehrkräfte.

Zielsetzung der Digi-Klasse

Die Lehrkräfte in der Pilotklasse gehen grundlegenden Fragestellungen zum Einsatz der iPads im Unterricht nach. Sie

  • identifizieren notwendige Elemente des unterrichtlichen Workflows mit iPads (z.B. Weitergabe von Links, Dateiaustausch, Schreiben von Texten, Sichern von Arbeitsergebnissen, Drucken, Recherchieren, Kollaboratives Arbeiten, Erstellen von Lernprodukten/ Dokumentieren von Lernergebnissen, …)
  • erproben und etablieren erforderliche Alltagsrituale für die Nutzung von iPads im Unterricht
  • ermitteln und testen Apps und Web-Plattformen, die geeignet sind, die unterrichtlichen Workflows schülergerecht abzubilden und in vielen Verwendungszusammenhängen nutzbar sind
  • suchen und testen Apps und Web-Plattformen, die für spezielle Anwendungen (z. B. Fachthemen, individuelle Förderung, …) mit möglichst großem Nutzen einsetzbar sind
  • setzen die iPads, wenn sich pädagogisch sinnvolle Verwendungszusammenhänge ergeben, in ihren Fächern ein.

Die Schülerinnen und Schüler der Pilotklasse

  • üben Rituale der täglichen Nutzung von iPads im Unterricht ein, z. B. aus der Aufbewahrung holen und dorthin zurückstellen, vom Strom nehmen und anschließen, Bildschirmpflege, ...
  • erarbeiten Regeln für einen verantwortungsvollen Umgang mit den iPads
  • lernen Grundfunktionen des iPads kennen und sicher beherrschen
  • lernen die Bedienung von verschiedenen Apps kennen und beherrschen
  • lernen, wie man bei technischen Problemen oder Problemen mit der Nutzung oder Funktion von Apps reagiert

 

Um die Erfahrungen für alle Lehrkräfte nutzbar zu machen, hat das Pilotteam außerdem folgende Aufgaben:

 

  • Sammlung, Dokumentation und Evaluation von Erfahrungen zum Einsatz von Tablets im Unterricht,
  • Entwicklung und Dokumentation von Routinen und Ritualen,
  • Bereitstellung/Teilen von Unterrichtsideen
  • Funktion von Multiplikatoren

Zielsetzung der Tablet-Trolleys

Die Tablet-Trolleys sind für alle Jahrgangsstufen für unterrichtliche Projekte ausleihbar. Die Erfahrungen im Bereich “Handling” werden von den nutzenden Lehrkräften dokumentiert und durch das Team Digitalisierung ausgewertet.

 

Die Tablet-Trolley bieten die Grundlage dafür, die durch das Pilotteam in den schulinternen Mikrofortbildungen angebotenen Inhalte in die Breite zu tragen und für alle Lehrkräfte umsetzbar zu machen.

Zeitliche Planung

Die Pilotierung erfolgt zunächst über ein Schuljahr. Dabei muss beachtet werden, dass den beteiligten Lehrkräften unter Berücksichtigung der Voraussetzungen, welche sie mitbringen und der übrigen Arbeitsbelastung ausreichend Zeit gegeben wird,

  • sich die notwendigen Fertigkeiten/Kompetenzen schrittweise zu erarbeiten,
  • sie im Unterricht kleinschrittig zu erproben,
  • sie einzuüben, Routine zu entwickeln und Selbstsicherheit zu gewinnen in der Nutzung,
  • die Erfahrungen zu dokumentieren und durch das Team Digitalisierung zu evaluieren,
  • als Multiplikatoren schulinterne Mikrofortbildungen im Rahmen des Kurskiosks anzubieten.

Notwendige Rahmenbedingungen

 

Organisatorisch

Maßgeblich für den Erfolg der Pilotierung ist der regelmäßige Austausch bzw. die Vernetzung der Beteiligten. Dieser Austausch wird über regelmäßige Termine institutionalisiert.

Das Pilotteam wird durch Entlastungsstunden für die Entwicklungsarbeit entlastet. Ggf. kann dies auch durch Anrechung von Mehrarbeit erfolgen.

Gegenseitige Hospitationen innerhalb des Pilotteams sind gewünscht und werden unterstützt.

Im Stundenplan wird eine feste Stunde für Teamsitzungen des Pilotteams eingebunden.

Die Dokumentation der Unterrichtserfahrungen erfolgt je Unterrichtsreihe bzw. Methode standardisiert per Formular und ist in einer Cloud (O365/Padlet) für alle transparent und abrufbar.

 

Für die Entwicklung wird eine Vernetzung über einen schnellen Kommunikationskanal wie Microsoft Teams etabliert. Dieser Kommunikationskanal soll genutzt werden für

  • den schnellen und einfachen Austausch über nützliche Webseiten und Apps
  • schnelles Nachfragen bei Problemen
  • die Verabredung gemeinsamer Vorhaben
  • die einfache Weitergabe von erstellten Unterrichtsmaterialien (z. B. Arbeitsblätter, LearningApps, BookCreator Bücher/ Vorlagen, …)

Fortbildung

Unterrichten mit digitalen Medien stellt für uns etwas Neues dar, daher verpflichten sich die Lehrerinnen und Lehrer des Pilotteams dazu, an Fortbildungsmaßnahmen teilzunehmen und werden darin unterstützt.

  • Die Medienberatung des Kreises wird einmal pro Quartal für allgemeine Fortbildungen zum Thema Medieneinsatz im Unterricht und zum fachlichen Einsatz von Medien im Unterricht angefordert. Dazu wird gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen der Kooperationsschule eine zweistündige Fortbildung im Nachmittagsbereich in Anspruch genommen.
  • Das Angebot “Apple for School” wird von uns und der Kooperationsschule halbjährlich für eine ganztägige Fortbildung genutzt.
  • Die Mitglieder der Pilotteams nehmen regelmäßig am Kurskiosk teil und bieten pro Quartal selbst eine Mikrofortbildung an.
  • Webinare werden genutzt, um orts- und zeitunabhängig über das Internet Informationen zur unterrichtlichen Nutzung von Apps und Webplattformen zu erhalten.

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Technisch

  • Die schuleigenen Tablets sind ins schulische WLAN eingebunden.
  • Es steht eine leistungsfähige Internetanbindung in allen Unterrichtsräumen zur Verfügung.
  • Die Unterrichtsräume der  Mitglieder des Pilotteams sind mit Präsenationsmedien (Monitore mit Apple TV) ausgestattet.
  • Die Verwaltung der Geräte erfolgt über das MDM Zuludesk. Der First-Level-Support wird durch die Medienbeauftragte geleistet. Der Second-Level Support erfolgt durch den Schulträger.
  • Es steht ein Guthaben für den Kauf von Apps zur Verfügung. Über den Kauf entscheidet das Team Digitalisierung. Kriterium für den Kauf ist während der Pilotierung die fächerübergreifende Einsatzfähigkeit kostenpflichtiger Apps.

* (Leider weiß ich nicht mehr genau, woher ich die Idee für diese Darstellung habe... Falls jemand mehr weiß, ergänze ich den Hinweis gerne.)

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